22. Juli 2019Keine Kommentare

Warum wir auch mal Möbelpacker oder Elektriker sind

Die ersten Blicke unserer Kunden, wenn wir über unsere Feld- und Alltagsbegleitung sprechen, zeigen Verwunderung und zugleich höchste Akzeptanz. Feld- und was? Richtig gehört: Bei unseren Projekten versuchen wir so tief wie möglich in die jeweiligen Organisationen einzutauchen, sie kennenzulernen, sie zu verstehen und für eine Zeit lang zu einem Teil davon zu werden. In diesen Tagen des Eintauchens erfahren wir zudem deutlich mehr organisatorische Stärken und Schwächen, als sie in jedem Managementmeeting zu Tage kommen könnten. Das meinen wir aber überhaupt nicht negativ. Im Gegenteil: Viele Male haben wir aus unseren Feld- und Alltagsbegleitungen so viele wertvolle Erfahrungen gewonnen und Veränderungen bewirkt, dass unsere Kunden diese abteilungsübergreifenden Schnuppertage als Managementtool aktiv als Teil des stetigen Verbesserungsprozesses integrieren.

Warum tun wir das?

Markenstrategie und Markenarbeit ist vor allem Kulturarbeit in einem Unternehmen. Wie ist die Stimmung? Wo sind die Engpässe und wie denken die Mitarbeiter über die eigene Marke? Diese und viele weiteren Fragen stellen wir LKW-Fahrern, Kassenkräften, Möbelpackern, Köchen oder Handwerkern. Und das aus gutem Grund, denn wir sind davon überzeugt, dass besonders die Mitarbeiter die eigenen Marken prägen. Oftmals ist es nämlich nicht der Geschäftsführer, der sein Markenversprechen im Kundenkontakt beweisen muss, sondern seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und genau darum geht es, Markenarbeit muss dort ankommen, wo sie wichtige Kontaktpunkte erfolgreich gestalten muss. Und das sind eben oftmals nicht die Top-Verkäufer in der ersten Riege oder der Vertriebsaußendienst. Oftmals sind es die nachgelagerten Markenkontaktpunkte, beispielsweise im After-Sales-Service. Wie lief die Auslieferung? Konnten Leistungsversprechen, Qualität, Lieferzeiten und Absprachen erfüllt oder sogar übererfüllt werden? Denn diese entscheidenden Kontaktpunkte sind wichtiger Bestandteil von echtem Markenerfolg.

Das funktioniert?

Das funktioniert! Wir geben zu, dass uns die Mitarbeiter unserer Kunden manchmal mit Verwunderung begegnen, wenn wir plötzlich um 6 Uhr früh auf der Matte stehen und in den LKW steigen wollen. Schließlich wissen sie nicht immer wer wir sind, was wir tun und warum wir „blöde“ Fragen stellen. Aber spätestens nach einer Stunde ist klar, der neben mir ist ein normaler Mensch und bemüht sich tatsächlich mich und das Unternehmen zu verstehen. Und dadurch ist es auch verständlich, warum es für uns anstrengend sein kann: weil wir es ernst nehmen. Gut, bei der Mitfahrt eines Elektrikers wird es für den Elektriker schwierig mit uns. 😊

Unsere Feld- und Alltagsbegleitungen eilen als Ruf bereits voraus und sind für uns das Fundament für das Verständnis und zugleich der wichtigsten Hebel für die erfolgreiche Gestaltung der Markenstrategie. Hier setzen wir die ersten Impulse, die wir benötigen, um eine adaptierte Markenstrategie überhaupt erst mit Leben füllen zu können und zu den Mitarbeitern zu transportieren.

Ein Tipp für jeden Unternehmer: Testen Sie eine solche Feld- und Alltagsbegleitung bei Ihnen im operativen Geschäft. Steigen Sie mit auf den LKW, verkaufen Sie selbst Ihre Produkte auf den Verkaufsflächen oder braten Sie das Steak selbst einmal perfekt um 19:30 Uhr in der Rush-Hour Ihres Restaurants. Begleiten Sie Ihre Bautrupps bei 35 Grad im Schatten und übernehmen selbst einmal die Perspektive im Direktkontakt mit ihren Kunden. Es ist nicht nur spannend, sondern auch oftmals sehr erkenntnisreich und bringt sie näher an ihr Team, das Herz ihres Unternehmens.

#lebeidentität #machtsinn

Bild: Shutterstock

15. Juni 2019Keine Kommentare

Inspire-Tour to Fifteen Seconds – the Land of Curiosity

Warum reisen wir einmal jährlich nach Graz? Wegen der Designhochburg Graz? Wegen den kulinarischen Genüssen? Wegen dem Fifteen Seconds-Festival? Wollen wir einfach nur drei Tage raus aus dem Alltag? Oder einfach nur ein gemeinsamer Trip mit dem gesamten Team als Fortbildungs- und Erlebnisreise? Es ist wohl genau diese Mischung, die diese Reise so besonders macht. Seit Jahren reisen wir zum Fifteen Seconds Festival nach Graz. Gegründet 2014 von Thiemo Gillissen und Stefan Stücklschweiger, ist diese interdisziplinäre Veranstaltung heute Gastgeber für rund 6.000 neugierige Geister.

Eine inspirierende Reise zur Neuauflage 2019

Erstmals entschlossen wir uns, Kunden und Freunde mit auf die Reise zu nehmen und eine kleine aber feine Inspire-Tour zu veranstalten. Gemeinsam in der Gruppe reisten wir so nach Graz zur Neuauflage des Fifteen Seconds-Festival. Neue Themenbereiche wie Science oder Mobility, ergänzten die bewährten Inhalte wie Marketing, Kultur oder Digitalisierung. Aber es sind nicht nur die Bühnen und die rund 300 Speaker, die dieses Festival so besonders machen: es ist vor allem die Atmosphäre. Die Mischung aus Talks, Workshops, Expo, Startups, Kulinarik, Designermarkt, Kunstausstellung und die vielen detailvierliebten Highlights, lassen das Festival in eine unvergleichbare Ebene schießen.

Und mit der Rekordbesucherzahl von über 6.000 Besuchern bleibt das Festival immer noch gemütlich, greifbar und erlebbar. Und das ist eine Kunst für sich.

Wie also erlebten wir das Fifteen Seconds – Festival 2019?

Nach einem kurzen Fußmarsch von unserem Hotel (Roomz Graz) zur Messe Graz, warteten bereits hunderte von Menschen auf den Einlass. Um Punkt 9:00 Uhr ging es los und wir fanden uns in einer Menge an gespannten Besuchern wieder, die auf die Registrierung warteten. Nach dem Einlass wurden wir von dem bekannten dunklen Ambiente gepaart mit DJ und Deep House begrüßt. Wir waren daheim.  Schnell den Festival Pass umgehängt, das Armband übergestreift und schon ging es über einen kleinen Freibereich ins „Land of Curiousity“. Nach „Landeintritt“ ging es los mit der Reizüberflutung. Hier die StartUps, dort der Food Market und mitten drin wieder jede Menge fantastischer Unternehmen wie zum Beispiel dem Bäcker Martin Auer, der die Gäste zum Frühstück mit seinen leckeren Backwaren verköstigte oder J. Hornig, der an kleinen Paletteninseln kostenlose Kaffeespezialitäten ausgab. Es gab eine Google-Bühne, WRC-Rallye-Fahrzeuge hier und stets die Möglichkeit, sich mit frischen Getränken auszustatten. Es ist wie erwartet wieder die großartige Atmosphäre, die wir den Rest des Jahres missen! Nach dem offiziellen Opening durch die Gründer, splitteten wir uns auf und suchten uns unsere favorisierten Speaker auf den unterschiedlichsten Bühnen und Tracks. Wir lauschten den Machern der Frankfurter Buchmesse über die Verwandlung der Bücherwelt, holten uns Infos von Experten des CERN und saugten somit auch mal Themen auf, die recht weit weg sind von unseren Steckenpferden wie Marke oder Unternehmenskultur. Ganz nach dem Motto „Wer nur was von Marke versteht, versteht Marken nicht“. Es ging um die bewusste Erweiterung unserer Perspektiven, die neue Sichtweise auf uns und unsere Arbeit. Während den Pausen ging es zu den wirklich besonderen Food Trucks, die neue Kulinarik zauberten. Und natürlich durfte auch das eigene Erlebnis mit digitalem Fallschirmsprung, Bällebad tauchen und das Beobachten des Wachstums von Hanfpflanzen durch ein innovatives Gewächshaus nicht fehlen. Fleißig sammelten wir auch Infos und Highlights in unseren Goodybags. Nach einem langen Tag mit sehr viel Input versammelten wir uns wieder als Gruppe und ließen den Tag zusammen beim gemeinsamen Abendessen ausklingen. Wir diskutierten über den neuen Input, denn davon gab’s reichlich.

Am zweiten Tag fokussierten wir uns auf die Growth- und Culture-Stage. Beginnend mit Stephen Gates, der fast schon zum festen Inventar des Festivals gehört, und mit „Exist Loudly“ für mehr Ehrlichkeit und zugleich Aufmerksamkeit aufrufte. Danach machten wir es uns vor der besagten Culture-Stage gemütlich, schließlich wollten wir von hier aus den nächsten vier oder fünf Vorträgen lauschen. Arsmedium sprach über die Unternehmenskultur, Marcel Loko von „Zum goldenen Hirschen“ rufte zur Kreativierung auf und Drew Dudley ließ tief in seinen Ansatz „One Day Leadership“ blicken und begeisterte das Publikum. Fun Fact: den Vorträgen der Culture-Stage konnte man nur über separate Kopfhörer lauschen. Hat was von Silent-Disco und wurde hier auch Silent-Stage genannt. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann erneut zur Culture-Stage und wir lauschten sowohl Facebook-Designer Josh Higgins, der über die Entwicklung der Unternehmenskultur bei Facebook referierte, als auch den Machern der Taschenmanufaktur Freitag, die auf eine besondere Unternehmenskultur sehr viel Wert legen. Der letzte Culture-Speaker kam von XING, die sich als New Worker bezeichnen und spannende Einblicke und Tipps für die New-Work-Generation gewährten. Bevor wir uns dann die letzten Drinks gönnten und einem verrückten Professor auf der Main-Stage folgten, besuchten wir noch die Mobility- und Technology-Area, und schnappten dort auch die ein oder andere Idee auf, die zwar Abseits von unseren alltäglichen Themen liegen, aber trotzdem dazu anregen, neue Wege zu denken und zu gehen. Leider ging es jetzt aber schon wieder Richtung Ausgang, wir setzten uns in unseren Shuttle-Bus und traten die Heimreise an.

Es waren zwei Tage Input. Zwei Tage eintauchen in eine Welt, die uns jedes Jahr aufs Neue begeistert und uns in unserem Weg bestätigt. Zwei Tage, in denen wir unter Gleichgesinnten sind und über unsere Themen sprechen können. Zwei Tage, die uns die Möglichkeit geben, neue Themen zu suchen, zu finden und zu verwerten. Zwei Tage, die sich sicherlich im nächsten Jahr wieder ähnlich abspielen werden. Aber auch zwei Tage, die uns folgende Learnings mit nach Hause gaben:

  1. People over Profit: Der Mensch wird mehr und mehr in den Mittelpunkt gerückt. Trotz oder gerade wegen der Digitalisierung.
  1. Unternehmenskultur wird wichtiger denn je: Wer nicht in die Unternehmenskultur investiert, wird die Zukunftsprobleme wie Führungskräftemangel, Digitalisierung oder Globalisierung nicht lösen können.
  1. New Work ist Führungsaufgabe: Dabei geht es um mehr als nur um Obstkörbe oder Kickerkästen. Es geht um die Gestaltung eines Umfeldes, in dem man Menschen fachlich und persönlich fordern und fördern kann. New Work ist die Arbeitswelt von morgen. Es lohnt sich, hier genau hinzuhören.
  1. Es geht um den Rahmen und den Inhalt: Sein oder Schein. Schein oder Sein. Egal! Es geht um Inhalt und den richtigen Rahmen dafür. Es geht um diese Gleichung, wenn wir künftig erfolgreich sein wollen.
  1. Menschen begeistern Menschen: Es gibt Menschen, die können andere Menschen einfach mitreißen, begeistern und aktivieren. Menschen machen den starken Unterschied zwischen Information und Umsetzung.
  1. Spielerisch lernen: Auf welchen Ständen waren wir am meisten vertreten? Welche Areas begeisterten uns wirklich? Es sind diese Anbieter, die den Menschen mitnahmen. Spielerisch mit Übungen, Testbereichen und echt neuen Erlebnissen.

#fifteenseconds #lebeidentität #fs2019

Bild: Fifteen Seconds

3. Juni 2019Keine Kommentare

Was Markenmacher von Jürgen Klopp lernen können

Es ist eine der bekanntesten Fußballmarken der Welt und doch hatte sie in den letzten Jahren den Glanz verloren: Der FC Liverpool oder kurz der LFC (offiziell Liverpool Football Club). Ein Club, der für „Anfield“ und „You’ll never walk alone“ steht. Die „Reds“. Die Roten aus der Hafenstadt Liverpool. Und hier sind wir auch schon näher an der Faszination dieser Stadt. Googelt man „Liverpool“, kommt nicht etwa die Seite der Stadt oder ein Tourismusführer. Nein. Es kommt der FC Liverpool. Ein besonderer Club, der 2015 einen besonderen Trainer suchte und fand – Jürgen Klopp. Gebürtig aus Stuttgart entwickelte er sich vom ehemaligen Spieler zum Trainer des FSV Mainz 05 und weiter zum Trainer von Borussia Dortmund. Mainz verhalf er zum „unmöglichen Aufstieg“. Mit Borussia holte er Titel, in einer Zeit, die durch den FC Bayern München mehr als geprägt war. Rückschläge? Die gehören für Klopp zum Erfolg mit dazu. Nicht nur ein Finale ging verloren. Aber ist das ein Rückschlag, wenn du damit als Trainer (sorry Manager) zu einer der größten Fußballmarken geworden bist? Spätestens seit seinem Auftritt auf der Pressekonferenz als „The normal one“ und allerspätestens mit dem Champions-League-Titelgewinn 2019 ist er in unmittelbarer Denkmalnähe in Liverpool angelangt. Grund genug für uns, dies aus der Perspektive der Markenführung zu betrachten. Schließlich geht es um die Marke LFC und Jürgen Klopp.

Marke ist ein komplexes Gebilde und auf den ersten Blick nicht immer greifbar. Umso spannender ist es, vereinzelte Learnings aus der Marke Klopp im Umgang mit der Marke LFC zu ziehen.

  1. Bleibe authentisch.

Jürgen Klopps legendäre Antrittsrede in Liverpool endete mit dem Vergleich zu Größen wie Jose Mourinho, der sich gerne als „The special one“ präsentiert. „I’m the normal one“. Bäm! Schon hat er die gesamte Pressemeute hinter sich mit diesem einen Satz. Er verstellt sich nicht. Stellt sich nicht in den Vordergrund, obwohl er der neue LFC-Mittelpunkt ist. Das liegt auch daran, dass er in England nicht nur Trainer an der Seitenlinie ist, sondern den gesamten sportlichen Bereich als Manager führt. Er wirkt unaufgeregt und selbstreflektiert in den Mediengesprächen und Pressekonferenzen. Sobald er in seiner tatsächlichen, weltweiten Wirkungsstätte - der Coaching-Zone - steht, kommt das zweite Gesicht von „Kloppo“ zu tragen: Emotionen pur! Alleine die Verpflichtung von Klopp für den FC Liverpool klingt im Nachhinein betrachtet romantisch. Klopp steht für „Vollgasfußball“, Emotionen und pure Leidenschaft dem Sport gegenüber. Dies gepaart mit dem weltbekannten Stadion an der Anfield-Road macht diese Symbiose so passend. Trainingsanzug statt Businessoutfit. Vulkanartige Emotionsstöße in Richtung Tribüne statt Understatement. Auch er hat sich weiterentwickelt. Ist nicht mehr nur der coole Motivationsguru. Er ist angekommen beim LFC. Und das nicht erst seit seinem Titelgewinn am 01. Juni 2019. Er ist angekommen, weil er ist, wie er ist. Und weil Liverpool ist, wie es ist.

Learning: Marken müssen Sein und Schein vereinen. Und das auf eine authentische Art und Weise mit einem klaren Profil.

  1. Betrachte es ganzheitlich

„Wer nur was vom Fußball versteht, versteht nichts vom Fußball“.

Einer der Erfolgsgeheimnisse in der englischen Premiere League ist die Position des Trainers. Er ist nämlich nicht nur Trainer, sondern steuert oftmals den gesamten sportlichen Bereich als Manager. Klopp hat diese Rolle als akribischer Denker und Umsetzer zu 100% ausgefüllt. Er warb nicht nur Ernährungs- und Fitnessexperten vom FC Bayern München ab, sondern kümmerte sich um den perfekten Tages- und Lebensablauf seiner Profis. Aber auch der gesamte Mitarbeiterstab steht zu 100% hinter ihm. Weil er die Menschen mitnimmt, fordert und fördert. Er ist immer für einen Spruch zu haben, denkt aber ebenso klar bei der Analyse seines Tuns. Er sieht nicht nur die Profis auf dem Feld, er betrachtet seine Wirkungsstätte als ganzheitliches Spektrum. Es ist die perfekte Verbindung zwischen Empathie und Leistungsgedanke, der bei einem Sportclub wie eh und je im Vordergrund steht. Heute Top morgen Flop. Wir kennen die schnelllebige Fußballwelt. Klopp versteht es, seine eigene Welt zu gestalten. Ganzheitlich. Ohne Zufälle. Mit Konsequenz.

Learning: Es geht immer um das Spiel. Immer um den Umsatz. Immer um den Gewinn. Immer um die Erreichung gesteckter Ziele. Bis dies aber eintrifft, geht es mehr um Ursache und Wirkung. Was muss ich vorne in die Maschine werfen, damit hinten das perfekte Endergebnis entspringt. Marken brauchen eine ganzheitliche Sichtweise. Weil erst die gesamte Sichtweise auf die Dinge das große Ganze wirken lassen.

  1. Stecke dir Ziele und verfolge diese langfristig

Viele trauen Klopp eine echte Ära in Liverpool zu. Als er im Oktober 2015 als Cheftrainer des LFC antrat, stand die Mannschaft auf dem zehnten Platz der Premiere League. Die Marke LFC schwächelte. Die Reds waren Mittelmaß. Er versprach einen Titel in den ersten vier Jahren. Und man könnte tatsächlich der Weisheit „Der Weg ist das Ziel“ Recht geben. Er stand innerhalb dieser vier Jahre in entscheidenden Finals. Ligapokal. Europe League. Champions League. Zuletzt schaffte er mit seinen Reds 97 Punkte. Rekord für einen Vizemeister. Nur ein Spiel wurde in der laufenden Saison verloren. Das gegen den Meister Manchester City. Aber auch während diesen Jahren erkannte man die Entwicklung dieser Mannschaft. Mit Überfall- und Vollgasfußball schossen sich die Reds in die Herzen der Anfield-Road und brachten den Mythos wieder zurück nach Liverpool. Aber was war mit den gesteckten Zielen? Vier Jahre, ein Titel. Er hielt sein Versprechen und erreichte es fünf Monate früher als vorhergesagt. Er holte nicht nur einen Titel, er holte den Titel: Die Champions League. Letztmalig 2005 gewonnen. Während dieses Weges steigerten sich auch die Zuschauerzahlen von 43.900 (2015) auf 53.049 (2019). Um das große Ziel zu erreichen, musste er all die kleinen Meilensteine im Auge haben (oder kleine Ziele, die eigentlich größer einzuordnen sind): Entwicklung der Mannschaft. Investition in die Infrastruktur. Aufbau des wertorientierten Selbstbewusstseins des Clubs. Erhöhung der Umsätze im Merchandising. Steigerung der Zuschauerzahlen. Emotionalisierung der gesamten Liverpool-Urban-Region. Klarer Aufbau der regionalen Nummer-1-Position gegenüber dem Stadtrivalen FC Everton. Eine echte Romanze von „Kopp at the Kop“.

Learning: Der Weg ist das Ziel. Marken brauchen eine große Zielvorstellung. Diese zu erreichen heißt jedoch nicht, sich kleinere Ziele zu stecken. Schritt für Schritt geht es um eine Weiterentwicklung des Umfelds, des Kernprodukts und des Marktes. Aber eines ist auch klar: Es geht um den großen Erfolg. Und wenn eine Fußballmannschaft rückblickend 3,5 Jahre Zeit hat, dieses große Ziel zu erreichen, dann sollten Unternehmen sich auch diese Zeit nehmen dürfen. Fußball ist schnelllebig. Aber es zeigt auch, was sich während des Weges – möge er auch einmal länger sein - alles entwickelt und das auch dieser Weg jede Menge Erfüllung in sich bergen kann.

  1. Lebe Identität

Ja, das ist unser Slogan. Und dieser Slogan trifft bei Klopp und dem LFC wohl ins Schwarze oder bei den Reds eher ins Rote. Klopp wurde aufgrund seiner Spielidee engagiert, seiner eigenen Philosophie und seiner Vorstellung der Mannschaft. Klopp steht für eine ganz bestimmte Art des Fußballes. Und auch der LFC steht für eine gewisse Identität. Diese beiden Welten passen nicht nur perfekt zusammen, weil sich beide Seiten in die gleiche Richtung entwickelt haben, sondern weil sie diese Identität von Beginn an in sich trugen. Sie musste nur wieder freigelegt und mit Leben erfüllt werden. Und Identitäten mit Leben zu füllen ist wahrlich keine einfache Aufgabe, aber es zeigt sich im „Falle Klopp“, dass es sich lohnt, jeden Tag eine echte Spitzenleistung abzurufen und einzufordern. Klopp wird nicht nur aufgrund des Champions League Titels eine Ära beim LFC prägen. Er hätte sie sowieso geprägt, weil derzeit wohl kein anderer Trainer/Manager hier arbeiten könnte, der besser zu den Reds passt. Diese Verbindung ist eine echte Lovestory. Man müsste es in einem Film oder in einem Buch erfinden, wäre es nicht schon Realität.

Learning: Identität, Vision und Mission fehlen oftmals in den Denkweisen der Führungsebenen. Aber auch hier zeigt sich wieder, wie man Werte und einen Plan verfolgen und mit Leben füllen kann. Und man muss dabei nicht immer gleich seine Ziele erreichen, sondern den Weg dorthin durch gelebte Identität erfolgreich gehen und meistern. Identität ist der Kern bei allen Bewertungen von Klopp und dem Liverpooler FC. Es geht um den Markenkern beider Parteien, die sich ähnlicher nicht sein können. Nur wenn diese Werte erfüllt und erlebbar gemacht werden, funktioniert dieses Gesamtkonstrukt. Nennen wir es doch das „System Anfield“.

  1. Der Mensch im Mittelpunkt

Viele Unternehmen stürzen sich aktuell mit voller Gewalt auf die Digitalisierung. Eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der Unternehmen und Marken. Dass wollen wir auch gar nicht bestreiten, sondern eher noch vertiefen. Werfen wir auch hier einmal einen Blick auf das Produkt LFC. Was ist der tatsächliche Wert des Clubs? Um was geht es täglich bei den Reds? Wen müssen sie überzeugen und vor wem muss das Produkt funktionieren? Genau, vor den Menschen! Auch der LFC digitalisiert sich. Apps. E-Commerce. Ticketing. LFC-TV. Komplette Vernetzung aller Kontaktpunkte. Aufbau einer kompletten Plattform. Fußballclubs wie der LFC können sogar als Vorbildunternehmen der Digitalisierung gelten. Aber sie reden nicht darüber. Sie stellen es nicht in den Mittelpunkt jeder Pressemeldung. Sie tun es einfach. Sie digitalisieren sich einfach und stellen den wahren Wert in den Mittelpunkt: den Menschen und die Emotion. Das Produkt LFC heißt Emotion. Und glauben Sie uns, nicht jeder Club könnte sich das überzeugend auf die Fahnen schreiben, auch wenn man sich auf dem gleichen Marktumfeld trifft.

Learning: Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen wie die der Digitalisierung oder Globalisierung. Es sind unruhige Zeiten, in denen oft die Orientierung und Klarheit fehlt. Und wenn wir uns Fußballclubs als Vorbild nehmen, entdecken wir eine Branche, die die Dinge einfach tut. Im Hintergrund laufen die Arbeiten auf Hochtouren, um sich diesen Herausforderungen erstmals zu stellen und dann zu meistern. Aber alles, was diese Clubs tun, tun sie für den Menschen. Klopp und der LFC sind eins geworden und leben die Emotionen, die Menschen leben lässt. Dass ich zeitgleich mit dem Tor eine Pushnachricht auf das Smartphone erhalte, während der Pokalübergabe die Portale des LFC aus allen Nähten platzen und dass sich zeitgleich mit der Pokalübergabe auch die erste Fanwear kaufen kann, ist nicht der Mittelpunkt der Marke, es ist die Infrastruktur der Marke. Es sind diese Kontaktpunkte, die das „System Anfield“ auch wirtschaftlich erfolgreich machen. Aber stets getragen durch pure Emotion. Und ja, wir glauben daran, dass Emotionen eine der größten Zukunftsherausforderungen sind. Für Produkt-, Dienstleistungs- oder Unternehmensmarken.

So, wir könnten unendlich so weiterschreiben. Aber auch wir müssen mal einen Punkt setzen. Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesen Worten einen Einblick in unsere Gedankenwelt gewähren und Ihnen ein paar Impulse mit in die neue Woche geben.

Unser Fazit: Stellen Sie sich die besten Teams zusammen, setzen Sie auf den Menschen und ein emotionales Umfeld und bieten Sie diesem Umfeld die Infrastruktur, die es für das wirtschaftliche Wachstum benötigt.

#lebeidentität #machtsinn Bild: Liverpool FC

11. März 2019Keine Kommentare

Maximal 180 km/h für den Markenkern

Vor ein paar Tagen verkündete Volvo, seine Fahrzeugflotte ab 2020 mit einem technischen Feature auszuliefern, das schon als Besonderheit der Automobilbranche gelten dürfte: Die Beschränkung des Tempolimits auf maximal 180 km/h.

Als Markenexperte habe ich mich sofort hinterfragt, ob diese Entscheidung, eine untypische Entscheidung für eine Automarke in Zeiten der SUVs und steigenden PS-Boliden bei gleicher moralischer Verantwortung für Umwelt und Sicherheit, richtig ist oder wie wir bei Schmid+Kreative solche Entscheidungen rechtfertigen, „Sinn macht“. Und tatsächlich, wenn eine Automarke diesen Schritt gehen kann, dann ist es der schwedische Autobauer.

"Wir möchten ein Gespräch darüber beginnen, ob die Automobilhersteller das Recht oder sogar die Verpflichtung haben, Technologie in Autos zu installieren, die das Verhalten des Fahrers ändert, um Dinge wie Geschwindigkeit, Rausch oder Ablenkung in den Griff zu bekommen", sagt Volvo-Vorstand Håkan Samuelsson. Mit diesen Worten greift Samuelsson das heilige Gut der Automobilbranche an: die Höchstgeschwindigkeit.

Unfall- und Sicherheitsexperten feiern wohl diese Entscheidungen. "Diese Entscheidung ist nicht weniger als ein Paradigmenwechsel für die Autobranche", sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV). "Das ist beispielgebend für die gesamte Automobilindustrie."

Kommen wir jetzt aber zum KERN des Themas: der Marke Volvo.

Keine andere Automarke steht mehr für Sicherheit als Volvo. Aus der Internetseite lässt sich dazu entnehmen: Unser Ziel ist die Null.

Bei uns stehen Sie und Ihre Sicherheit im Mittelpunkt. Deshalb ist Ihr Leben in einem Volvo bereits heute sehr gut geschützt: So ist das Risiko, bei einem Unfall in einem unserer Fahrzeuge verletzt zu werden, seit dem Jahr 2000 um 50 Prozent gesunken. Doch genauso wie Ihnen ist uns bewusst, wie kostbar jedes einzelne Leben ist. Deshalb wollen wir die Anzahl der Menschen, die in einem neuen Volvo ums Leben kommen oder schwer verletzt werden, bis zum Jahr 2020 auf null reduzieren.

Jetzt sehen Autoexperten wie Stefan Bratzel diese Höchstgeschwindigkeitseinschränkung anders:
"Das ist eine symbolische Geste, die dem Sicherheitsimage der Marke Volvo entspricht", sagt der Direktor des Center of Automotive Management (CAM).

Symbolische Geste? Eine Marketingidee? Eine Kampagne?

Wir kennen die Markenverantwortlichen von Volvo leider nicht, um uns ein persönliches Bild von den Menschen hinter dieser Entscheidung machen zu können. Aber wenn der Markenkern „Sicherheit“ ist und man die Marke Volvo konsequent daran ausrichtet, dann ist es ein Meilenstein für Volvo, jedoch auch für die gesamte Automobilbranche. Denn keiner könnte diese Entscheidung einfacher treffen. BMW steht für Freude am Fahren. Ein Tempolimit bei BMW? (Noch) undenkbar! Mercedes, die Flaggschiffe auf den deutschen Autobahnen, die 220 Sachen wie Gleiten wirken lassen. Mit max. 180 km/h der König auf den deutschen Autobahnen? (Noch) undenkbar!

Volvo geht diesen Schritt. Und wer diskutiert darüber? Die Deutschen, weil wir ein Land sind, bei dem die Autobahn zugleich Rennstrecke ist und nicht von wenigen Touristen deshalb besucht wird. „German Autobahn“ ist ein fester Begriff für Sportwagen- und Schnellfahrerfreunde aus dem Ausland.

Die Marke Volvo geht seinen Weg weiter.

Volvo kann sich diesen Schritt erlauben. Zum einen, weil deren Kunden ein bereits sicherheitsbewusstes Klientel ist und diese somit nicht verschrecken wird, und zum anderen, weil es auf den meisten Autobahnen oder Landstraßen unserer globalisierten Welt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120, 130 oder 140 km/h gibt. Das Ergebnis aus dieser Entscheidung: markenorientierter Schritt und überschaubares Risiko.

Marketingidee oder Werbekampagne hin oder her. Sie fällt entlang der Markenwerte aus. Wenn man dann diese Werte auch noch ernst nimmt im Hause Volvo, Chapeau!

Für uns jetzt schon die Markenentscheidung 2019!

Was war ihre letzte Markenentscheidung?

20. Februar 2019Keine Kommentare

Kreativierung ist Zukunft

Seit Jahren spricht man in Unternehmen gefühlt nur noch von der Digitalisierung. Die Transformation wird oftmals verharmlost als Megatrend abgestempelt und soll die Unternehmen in eine bessere Zeit führen. Jedoch ist die Digitalisierung eine zukünftige Erfolgssäule von vielen. Wir bei Schmid+Kreative glauben an die Digitalisierung. Aber antreiben lassen wir uns täglich von etwas anderem: Der Kreativierung.

Wie schon in unserem Namen stehend, ist Kreativität bei uns ein zentraler Faktor, wenn es um die künftige Ausrichtung von Unternehmen geht. Dabei geht es nämlich nicht um schönen Grafiken oder Bildchen mit spannenden Headlines, sondern dem Ansatz einer zentralen Unternehmenstransformation zwischen Mensch, Marke, Markt und Maschine. Viele Unternehmen stürzen sich aktuell mit horrenden Budgets und externer Manpower auf die Digitalisierung, vergessen jedoch, dass ein möglicher schlechter Prozess oder eine „undigitale“ Umgebung, durch Digitalisierung nicht besser wird. Hier eine automatisierte E-Mail, dort endlich einen Onlineshop und in der Abteilung Vertrieb eine digitale Visitenkarte. Und schon soll man startklar sein für die Zukunft?

Wenn wir verschiedenste Veranstaltung besuchen, folgen die digitalen Pioniere wie Apple, Facebook oder Airbnb als Musterbeispiele erfolgreicher Digitalunternehmen und jeder strebt nach einem Dasein wie Apple und Co. Wir sehen das anders: Wenn Apple ein Smartphone veröffentlicht, Facebook in immer kürzeren Taktungen Updates für noch mehr „Social“ präsentiert, Marken wie Airbnb Märkte digital angreifen und tatsächlich „disrupten“, ist es nicht das Digitale was den Erfolg bringt, sondern die Kreativität, die diese Unternehmen in fast jeder Haarspitze ihrer Strukturen zulassen, ja sogar verlangen. Viele denken bei Digitalisierung an die typischen Tools wie Onlineshops, Apps oder so manches pfiffige Tool mit Touchfunktion oder Spracherkennung. Und ja, all dies hat seine Berechtigung und ist auch aus unserer Sicht notwendig. Zumindest wenn man es sinnvoll einsetzt und keine Alibi-Konzepte entwickelt. Damit solche Tools aber entwickelt und erfolgreich im Unternehmen implementiert werden können, braucht es eine kreative Umgebung. Also einen Spirit, in der sich Mitarbeiter und Ideen entfalten können. Ein Umfeld, das Mitarbeiter ermutigt neue Wege zu gehen, Innovationen zu suchen und letztendlich jeden Tag ein bisschen besser zu werden.

Wichtig bei einem solchen Vorgehen ist eine starke Basis und klare Leitplanken mit der Erlaubnis einschlagen zu dürfen, die DNA eines Unternehmens aber nicht zu verwässern. Alles kann, nichts muss könnte man dazu sagen. Aber genau in einer solchen Kultur, in einer solchen kreativen Umgebung, entstehen Lösungen, Prozesse oder Methoden, die aus den Mitarbeitern heraus entstehen. Eben weil sie Probleme schneller und kundenorientierter erkennen und daraus Vorschläge bringen. Dass dann eine Lösung digital sein kann, wäre in der heutigen Zeit eine logische Konsequenz. Alles kann, nichts muss.

Wir sprechen mit unseren Kunden über Marke und Kreativierung. Aber immer in Anbetracht der konsequenten Beteiligung der Mitarbeiter. Denn die Menschen in den Unternehmen sind der Erfolgsfaktor. Sie überlegen, entwickeln, realisieren und implementieren Ideen, Konzepte und Tools für mehr unternehmerischen Erfolg; wenn sie dürfen und dazu motiviert werden.

Kreativierung ist unser Ansatz für die erfolgreiche Transformation für Unternehmen der Zukunft.

#machtsinn #lebeidentität

19. Februar 2019Keine Kommentare

Good Design Sells

Es gibt keinen Zweifel daran, dass Menschen sich in einer schön gestalteten Umgebung wohler fühlen als in einer schlechter gestalteten Umgebung. Dies kann sich sowohl auf Architektur als auch auf Dekoration oder Werbung beziehen. Stellen Sie sich vor, wie Sie durch ein Einkaufszentrum laufen, in dem Sie mit Produktwerbung, Fensterausstellern und Rabattaktionen bespielt werden und in dem sich große Marken Laden an Laden aneinanderreihen. Wenn Sie bei einem Juwelier eine hochwertige Broschüre in der Hand halten, die detailreiche Produktfotos abbildet und durch gut geschriebene Texte das Produkt beschreibt. All diese Sachen, werden durch gutes und durchdachtes Design erst möglich, denn ein schönes, gutaussehendes Produkt in hochwertiger Verpackung ist für die meisten Kunden begehrenswerter als eines, in das diese Arbeit und diese Gedanken nicht geflossen sind.

Und genau das ist der Grund, warum gutes Design verkauft. Wenn große Marken, Brand Stores oder auch Autohändler diesbezüglich oftmals einen so guten Job machen und sich Kunden hier beispielsweise durch die Innenarchitektur, die Broschürenaufmachung oder die Produktpräsentation eines Neuwagens gut aufgehoben fühlen, warum sollten diese Faktoren nicht auch für Ihr Business ausschlaggebend sein, um Ihre Kunden zu begeistern und besser zu verkaufen?

Design sollte bei jedem Unternehmen als wichtiges Tool erkannt werden, um dessen Persönlichkeit zu formen und entsprechend die Wahrnehmung nach außen hin zu steuern. Design kann so viel mehr aussagen als: Uns gibt es. Bekommt man sehr gute oder eher mittelmäßige Qualität? Sind die Produkte hochpreisig oder erschwinglich? Gute Kundenbetreuung oder Nummer ziehen? Sympathisch oder auf Abstand?

Nicht umsonst zeigt sich ein Netto in rot-gelb und mit abgerundeter Schrift: Hier möchte man sofort suggerieren ‘Wir sind ein Discounter, dementsprechend sind auch die Preise.’ Die Aktionsblätter sind regelrechte Preisschlachten, in denen es nur darum geht, Kunden über den Geldbeutel in den Laden zu ziehen. Rewe geht hier in eine andere Richtung: Edles Weinrot und schöner Empfang mit hölzernem Boden. Hier merkt man als Kunde also direkt beim Betreten des Supermarktes, dass es hier ein qualitativ hochwertigeres Sortiment gibt, bei dem höhere Preise zu erwarten sind. Schaut man sich hier deren Printwerbung an, geht es mehr um die angebotenen Produkte selbst. Wie man sieht wird den Kunden bei beiden Unternehmen aber bereits vor dem eigentlichen Betreten des Ladens unterbewusst ein grobes Bild suggeriert, für was das Unternehmen einsteht und was zu erwarten ist. Das ist ein mächtiges Werkzeug, nicht nur zur Vermarktung von Produkten, sondern vor allem auch zur Kundenansprache und zur Emotionalisierung.

Designorientiertes Denken

Design ist aber nicht gleich Design. Viele verbinden hiermit die visuelle Werbung, als Website, Visitenkarten, Flyer, Anzeigen, das Produkt selbst, wie beispielsweise ein iPhone, die Architektur des Firmengebäudes. Das sind allerdings nur die offensichtlichen Sachen. Weniger offensichtlich sind Designentscheidungen wie die Benutzerführung einer Website, das Kundenleitsystem eines Kaufhauses, der Kundenservice während des Aufenthalts, die Schnelligkeit der Bearbeitung oder die Abwicklung von Aufträgen. All das sind Prozesse, die durch bewusstes und designorientiertes Denken noch besser gemacht werden könnten, um somit den Kunden einen echten Mehrwert bieten zu können.

Die bewusste Nutzung von Design ist ein wichtiger Faktor bei den Entscheidungen die Kunden über Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung treffen und ob Sie überhaupt daran interessiert sind. Das ist der Grund warum Design und Visuelles ein wichtiges Instrument sind. Wenn man sich einige der größten und bekanntesten Unternehmen weltweit ansieht, wird man hier allerdings einen klaren Trend erkennen: Diese Firmen handeln und denken ausschließlich designorientiert und können sich deshalb gegenüber Kunden besser durchsetzen als ihre Konkurrenz. Beispiele hierfür wären Apple, Airbnb, Amazon, Netflix, Spotify, Google, Microsoft oder Tesla.

Diese Unternehmen schaffen es nicht nur ein gut durchdachtes Endprodukt anzubieten, sondern auch, am Beispiel von Amazon, durch eine sehr kulante Retourenpolitik, sehr schnelle und zuverlässige Lieferzeiten etc. die Kunden dauerhaft bei sich zu halten. Denn ein zufriedener Kunde ist ein zahlender Kunde. All das sind Entscheidungen, die auf designorientierter Basis getroffen wurden und stetig zum Erfolg beitragen. Laut Studien schaffen es diese Unternehmen doppelt so erfolgreich zu sein wie ihre Konkurrenz und jährliche Umsatzsteigerungen von bis zu 60% zu erzielen, aber wie schaffen sie das?
Der Knackpunkt liegt hier oftmals bei den angebotenen Produkten, egal ob es zum Beispiel ein iPhone ist, ein Onlineshop, ein Onlinevideoportal, ein Auto oder eine App. Alle Produkte dieser Unternehmen sind von vorne bis hinten durchdacht, um ihren Kunden oder Nutzern alles möglichst einfach zu machen. Hierbei spielt das Design keine unwesentliche Rolle: Nur durch das Design können Kunden entsprechend geleitet und beispielsweise ein Einkaufsprozess so schnell und einfach wie möglich abgewickelt werden. Gleiches gilt zum Beispiel auch bei der Nutzung der Netflix-App: In diese auf den ersten Blick sehr simpel erscheinende App ist sehr viel Zeit seitens Netflix geflossen um die User Experience zu perfektionieren und so ein möglichst einfaches und direktes Erlebnis für den Nutzer zu schaffen.

Wann greifen Kunden zu?

Aber wieder zurück zum ‘herkömmlichen’ Design. Man sollte sich grundsätzlich die Frage stellen, wann Kunden bei einem Produkt zugreifen und was die ausschlaggebenden Faktoren dafür sind. Qualität und Preis hier erstmal außen vor, da wir hier gute Qualität und einen fairen Preis voraussetzen. Ich würde das gerne anhand eines Beispiels erklären: Wir haben zweimal die gleiche Seife, in gleicher Qualität und zum gleichen Preis. Eine der Seifen wird einfach in ein Stück Folie eingewickelt mit einem kleinen Aufkleber, auf dem Seife steht. Die andere Seife kommt in eine hochwertige Kartonverpackung mit durchdachtem Design samt Name/Titel, Produktkennzeichnung, Inhaltsstoffen etc. Hier wird ein Großteil der Kunden statistisch gesehen eher zu der schön verpackten Seife greifen, einfach weil der erste Eindruck überzeugt hat. Hier kann man in der Verpackung dann im weiteren Schritt theoretisch auch noch genau clustern, für wen das Produkt gemacht ist: Man könnte die gleiche Seife einmal in eine blaue Verpackung und einmal in eine rosa Verpackung stecken und jeder wüsste, dass die Seifen spezifisch für Mann oder Frau produziert wurden. Ungeachtet dessen, dass es die gleiche Seife ist. Wir sehen also, dass wir durch Design fast schon psychologischen Einfluss auf Kunden haben und beispielsweise durch die eigene Produktpalette leiten können.

Design also zu nutzen, um die eigenen Produkte von der Konkurrenz besser abzuheben ist in der heutigen Zeit ein notwendiger Schritt, damit Kunden den Wert dieser Produkte kennen und schätzen zu lernen.

Gleiches gilt auch für das übergreifende Erscheinungsbild eines Unternehmens: Kunden wissen es zu schätzen, wenn das Erscheinungsbild auf Höhe der Zeit ist und professionell durchgeführt wurde, da der erste Eindruck unterbewusst eine wichtige Rolle spielt. Grundsätzlich sei natürlich gesagt, dass Geschmäcker verschieden sind, aber der Mensch kann sich so eher mit einer Marke identifizieren.

Wie kann ich den ersten Schritt gehen?

Jedes noch so kleine Unternehmen, kann gutes Design zu seinem Vorteil nutzen, um Kunden anzusprechen und dadurch ein nachhaltiges Bild des Unternehmens prägen. Es gehört nur der erste Schritt gegangen. Less is more. Um bei Kunden gut anzukommen und wahrgenommen zu werden Bedarf es nicht jede Freifläche im und um das Firmengebäude oder den Laden mit Werbung zu tapezieren, es geht darum, ein professionelles, gutes und modernes Bild abzugeben. Nehmen Sie sich die Zeit, gehen Sie den ersten Schritt und investieren Sie in ein professionelles Erscheinungsbild, das leicht adaptierbar ist. Dadurch lässt sich auch langfristig Zeit und Geld sparen, da beispielsweise Anzeigen nicht für jede Aktion neu gestaltet werden müssen, sondern einfach auf dem bestehenden Raster aufgebaut werden können. Plakate, Folierungen, neue Filialen etc. können alle auf bereits entwickelten Rastern aufgesetzt werden. Dadurch bleibt man auch seiner eigenen Linie treu und Kunden werden die klare Linie erkennen und zu schätzen wissen. Das Design legt allerdings nur den Grundstein, für all das, was danach noch kommen kann.

25. Januar 2019Keine Kommentare

Servus Schmid+Kreative

Mit "Servus" verabschieden und begrüßen wir uns in unserer Heimat. Deshalb ist es das richtige Wort für unseren neuen Weg. Denn, nur der Wandel ist stetig!

Schmid+Kreative verabschiedet sich als reine Werbeagentur und positioniert sich inhaltlich als Büro für Markenerfolg!

Unser Weg

Kreativität hält uns wach. Echter Sinn hält uns am Leben. Ideen treiben uns an. Veränderung ist unser Wegbegleiter. Unsere Köpfe rauchen. Mehr denn je. Dabei scheint unser Weg so klar wie selten zuvor.

Veränderung ist Zukunft. Zukunft ist stetiger Wandel. Alles was kommt… Richtig, ist Zukunft! Dabei wollen wir künftig nicht nur in die Zukunft schauen, sondern die Gegenwart aktiver gestalten, bewegen, antreiben, aktivieren und begeistern. Dass ist für uns Zukunft! Und wir bei Schmid+Kreative haben richtig Lust auf Zukunft.

Es folgt ein besonderes Gefühl. Dieses Gefühl kennen wir nur zu gut. Denn, in dieses Denken und Handeln kommen wir, wenn wir etwas Neues schaffen. Für uns und für unsere Kunden. Etwas zu wagen. Etwas zu verändern.

Was folgt, sind wir. Mehr denn je.

2008 haben wir uns als Werbedienstleister gegründet. Wir haben in den letzten zehn Jahren viele Unternehmen und Menschen begleiten dürfen. In diesen zehn Jahren haben wir uns stets weiterentwickelt. Als Menschen und als Unternehmen. Heute stehen wir für ein Büro für Markenerfolg. Wir entwickeln und führen Marken, die gut ankommen. Bei den Kunden unserer Kunden, vor allem aber auch bei den Menschen, bei denen es mehr und mehr um das „Warum“ und um das „Wie“ geht, den Mitarbeitern. Den Menschen in den Unternehmen, in denen wir tätig sein dürfen.

Und jetzt?

Unsere Kunden aus den letzten drei, vier Jahren wissen um unsere Denk- und Arbeitsweise. So kennen uns schon viele Kunden. So sollen uns jetzt alle kennen und schätzen lernen. Mehr denn je, steht Marke als zentrales Werte- und Steuerungsinstrument im Mittelpunkt. Mit unserer bisherigen Position als Werbeagentur, die wir nie bewusst abgelegt und kommuniziert haben, brechen wir nun. Und es fühlt sich richtig gut an.

Viele weitere Worte benötigt dieser Text eigentlich nicht. Wir brauchen nur noch diesen einen Satz, damit ihr uns versteht:

Schmid+Kreative schließt sich als definierte Werbeagentur und erfindet sich neu als das Büro für Markenerfolg.

Mit dieser klaren Position gehen wir den konsequenten Schritt in Richtung aktiver Gegenwartsbegleitung unserer Kunden, aber auch den Kopf und die Gedanken für eine wertorientierte Zukunft. Für unsere Kunden wird sich im ersten Schritt nicht viel verändern. Und im zweiten Schritt? Werden unsere Kunden mehr gewinnen.

Wir sagen Servus!

24. Januar 2019Keine Kommentare

Marco Schmid im Interview

Ein paar Menschen durfte kurz der Atem gestockt haben, als wir, von Schmid+Kreative, die Schließung der Werbeagentur verkündeten. Aber was steckt genau dahinter? Und warum man bei Schmid+Kreative mehr an Kreativierung als an Digitalisierung glaubt? Für diese und weitere Fragen stand uns Marco Schmid Rede und Antwort.

S+K: Lieber Marco, Schmid+Kreative hat sich nun endgültig vom Dasein als Werbeagentur verabschiedet. Kannst du uns kurz zusammenfassen, was die Gedanken dahinter waren bzw. sind?

Marco: Es ist ganz einfach: Wir beschäftigen uns bei Schmid+Kreative seit mehreren Jahren verstärkt um die Positionierung als Markenagentur. Und jetzt wollten wir genau das zum Jahresanfang auch einmal klar und deutlich kommunizieren. Für unsere Kunden, die uns die letzten drei oder vier Jahre kennengelernt haben, ist das nicht wirklich neu. Aber irgendwie war es noch Ballast auf unserem Rücken. Jetzt ist klar, dass wir eine andere Denk- und Arbeitsweise als eine Werbeagentur haben.

S+K: Der Fokus liegt klar auf Marke. Dieses Thema fasziniert dich und du faszinierst damit Menschen und Unternehmen. Woran liegt das?

Marco: Ich habe bereits kurz nach meiner Unternehmensgründung überlegt, was eigentlich nach Werbung kommt und was meine Kunden wirklich erfolgreicher macht. Und die Antwort war eben nicht Werbung. In meinem Studium bin ich erstmals mit einem Markendenker in Berührung gekommen. Und dabei war mir sofort klar, dass sich dahinter sehr viel Potenzial verbirgt. Zumindest dann, wenn man es so versteht wie wir. Aus dieser Denkweise entstand unsere ganzheitliche Sicht auf Unternehmen. Nach und nach entwickelte sich daraus eine Philosophie, wie man Unternehmen künftig führen kann. Für uns ist das die Idee hinter Marke: Ein zentrales Werte- und Steuerungsinstrument. Und damit gelingt es uns, Probleme und Herausforderungen von unseren Kunden mit neuen Wegen anzugehen. Das fasziniert und begeistert mich und unsere Kunden.

S+K: Es ist also auch ein Lösungsweg für die großen Bewegungen unserer Zeit wie Digitalisierung oder Globalisierung?

Marco: Absolut! Wobei wir eher an eine Kreativierung glauben. Die großen erfolgreichen Unternehmen wie Apple, Amazon oder echte Game-Changer wie Airbnb sind keine Digitalunternehmen. Es sind ganzheitliche Kreativunternehmen. Sie gestalten nicht nur ihre Shops und digitalen Anwendungen kreativ, sondern gestalten ein kreatives Umfeld für Menschen, Prozesse und Lösungen.

S+K: Digitalisierung ist für dich also zweitrangig?

Marco: Nicht zweitrangig. Es ist für mich das Ergebnis aus der Kreativierung. Was helfen mir digitale Tools, wenn das Unternehmen dafür nicht startklar ist. Ich möchte auch gar nicht einzelne Komponenten in den Vordergrund stellen. Es sind einfach meine Erfahrungen und ich suche immer nach Lösungsansätzen. Die Kreativierung ist ein Ansatz an den wir glauben.

S+K: Wie passt dann Marke dazu?

Marco: Marke ist das Werkzeug für diese Kreativierung. Wir stellen Unternehmen die richtigen Fragen und viele können zum Beispiel ihre Werte nicht einheitlich nennen. Jede starke Marke braucht ein starkes Fundament. Werte, Vision, einen klaren Weg die Dinge anzugehen und zu tun. Diesen Weg kann man mit Markenführung sinnvoll und nachhaltig beschreiten.

S+K: Zu dieser Haltung habt ihr auch die Kompetenzbereiche neu gegliedert. Wie ist das zu verstehen?

Marco: Mit unserem schwarzen Faden haben wir eine eigene Methode ins Leben gerufen, die alle strategischen, visuellen und menschlichen Aspekte einer Marke verknüpft. Und der Mensch steht für uns im Mittelpunkt erfolgreicher Marken. Unsere Kompetenzbereiche gliedern sich entlang des schwarzen Fadens. Von der Strategie, über die Unternehmensidentität, bis hin zur starken Arbeitgebermarke und erfolgreicher Implementierungsphasen. Wir können das gesamte Spektrum der Markenentwicklung und Markenführung begleiten. Viele sind überrascht wie tief wir in die Unternehmen einsteigen. Aber nur so, können wir wirklich etwas bewegen.

S+K: Du möchtest somit auch Menschen kreativer machen?

Marco: Jein. Die Unternehmen haben sich in den letzten Jahren stark um die fachliche Ausbildung Ihrer Mitarbeiter gekümmert. Und das war und bleibt wichtig. Was jedoch oftmals vernachlässigt wurde ist die persönliche Weiterentwicklung der Menschen. Man hat mehr mit Regeln und Anweisungen gearbeitet, als mit übertragener Verantwortung und möglicher Freiheit. Wenn wir den Menschen das "Warum" und erst dann das "Wie" an die Hand geben, entstehen ganz andere Freiräume und Verhaltensweisen der Mitarbeiter. Dass verlangt von Unternehmen eine neue Sicht auf die Dinge, bringt aber für mich viele Lösungen mit sich. Fachkräftemangel, neue Generationen, Smartphone hier, mehr Urlaub dort. Viele dieser Herausforderungen für Arbeitgeber begegnen wir mit unseren New Work + Feel Good - Ansätzen.

S+K: Ist das ein Zukunftsbereich für Schmid+Kreative?

Marco: Es ist einer von vielen Bereichen, den wir bei uns verstärkt aufbauen wollen. Neben der strategischen und visuellen Arbeit, brauchen wir und unsere Kunden den Menschen zur Umsetzung und Emotionalisierung der Konzepte und Ideen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor der Zukunft.

S+K: Wie begegnet ihr bei Schmid+Kreative diesen Aufgaben und Herausforderungen?

Marco: Auch wir müssen uns stets weiterentwickeln und verändern. Für uns ist das der ständige Begleiter. Man kann sich daran tatsächlich gewöhnen. Wir setzen stark auf die Weiterentwicklung unseres Teams. Jeder bekommt fachliche und persönliche Entwicklungsangebote. Jeder soll sich in seinem Bereich entfalten, besser werden und somit unseren Kunden einen echten und tiefgründigen Mehrwert bieten. Bei S+K war schon immer eine besondere Kultur zu spüren. Diese gestalten wir nun sehr aktiv. Mehr denn je.

S+K: Kannst du uns das an Beispielen noch näher bringen?

Marco: Gerne. Wobei man hier gerne auch unser Team befragen müsste. Was tun wir? Es gibt bei uns keine festen Urlaubsregelungen. Jeder nimmt sich den Urlaub, den er für sich, seine anderen Interessen oder einfach mal für einen Break braucht. Jeder kann auf Home-Office oder flexible Arbeitszeiten zurückgreifen. Dazu bieten wir Fort- und Weiterbildung nach Wunsch und Absprache an. Und was wohl untypisch für Agenturen ist, ist unsere nicht mehr vorhandene Stunden- und Zeiterfassung. Somit schaffen wir Freiheiten mit starken Eigenverantwortungsbereichen. Das ist ein Nehmen und Geben. Dazu gäbe es noch viel mehr zu erzählen, aber man kann unseren Spirit auch auf unserer Karriereseite unter www.schmidundkreative.de/karriere nachlesen.

S+K: Marco, vielen Dank für die offenen Worte und Einblicke. Bis zum nächsten Mal.

Das Interview führte Lisa.

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